Architecture, Art & Travel

Komm mit auf meine Reise und lass dich inspirieren von der Vielfalt, die da draußen auf dich wartet.

Vom verpassten Ziel zum versteckten Paradies: Flora und Fauna zwischen Wasserfall und Wetlands

Paluma Range National Park
Eigentlich wollte ich meine Reise im Paluma Range National Park starten und mir die Crystal Creeks ansehen, beziehungsweise sollten diese auch gut zum Schwimmen sein. Jedoch stellte sich schon früh heraus, dass die Straße nach Paluma aufgrund von Unwetterschäden seit März gesperrt war. Entsprechend musste ich den Teil leider schon von Anfang an ausplanen.

Die Nacht zuvor
Aber fangen wir erst mal von vorne an. In der Nacht zuvor bin ich spontan bereits von Townsville 45 Minuten nordwestlich zur Rollingstone Hotel Camp Area gefahren. Die Wiese war zwar direkt an der Straße und man hörte den Generator eines anderen Campers ziemlich gut, aber ich war müde genug, das zu überhören und gleich einzuschlafen.

Paradies Water Hole
Den nächsten Morgen bin ich ganz entspannt in den Tag gestartet und konnte eine schöne kalte Dusche genießen. Danach hatte ich nur noch etwas 20 Minuten Fahrt in die Paluma Range zur Big Crystal Creek, die laut Maps noch erreichbar sein sollte. Kurz bevor ich ankam, wurde ich dann aber von einem Ranger aufgehalten, der mir erklärte, dass es ab da doch noch nicht weiter geht. Stattdessen wies er mich zu den Paradies Water Hole, gleich nebenan, wo man auch gut schwimmen könnte. Etwas enttäuscht beschloss ich mir dann wenigstens diesen Ort genauer in Erfahrung zu bringen.

Ich fuhr kurz auf den Parkplatz (der auch Toiletten und Duschen anbot), schnappte mir meine Badesachen, cremte mich noch fix gegen die Sonne ein und machte mich auf den Weg. Ein paar Stufen ging es bergauf, bis ich die Badestelle sehen konnte. Es waren bereits ein paar Familien und Badelustige vor Ort, was mich aber nicht hinderte, mich kurz umzusehen und selbst ins Wasser zu springen. Es war erfrischend, was ich bei den gut 30 °C Außentemperatur sehr genoss. Obwohl das Wasser nicht allzu tief war und ich an manchen Stellen gegen Steine schwamm, nutzen ein paar Kinder einen Felsen, um von dort ins Wasser zu springen. Selbst probierte ich es nicht aus, sondern schwamm nur ein paar Runden und machte mich wieder auf den Rückweg.

Jourama Falls
Weiter ging es zu den Jourama Falls, dem nördlichen Ende der Paluma Range. Bei der day-use area begegnete ich einer Rangerin, mit der ich mich kurz über den Ort unterhielt. Ich fuhr die Straße weiter durch einen zweiten Wasserweg bis zum Startpunkt der Wanderung hoch zum Aussichtspunkt des Wasserfalls.

Der Weg führte mich zunächst zu einer kleinen schattigen Fläche beim Fluss, wo ich eine Schildkröte entdeckte. Ich ging den Wanderweg weiter und landete an einer großen freien Fläche, die ziemlich mitgenommen aussah. Es schien, als wäre beim letzten großen Unwetter etwas Berg abgerutscht und hätte nur eine kahle Stelle und einige abgebrochene Bäume hinterlassen. Der Bereich wurde abgesperrt und es blieb nur ein kleiner Weg da durch zum Fluss. Spannenderweise führte der Weg mich auf den Fluss, wo eine kleine Brücke und viele Steine die Richtung wiesen. Nebenan rauschte etwas Wasser die Steine hinunter. Da der Wasserstand zum Ende der aktuellen Regensaison ziemlich gering war, konnte ich trockenen Fußes dem Fluss folgen.

Direkt im Anschluss kam ich an einer Gabelung an und beschloss, erstmal den Weg hinauf zum Aussichtspunkt zu nehmen. Es war ziemlich heiß und der Berg steiler, als ich dachte. Unterwegs machte ich entsprechende Pausen, vor allem um die MaKro-Funktion meines Teleobjektives auszuprobieren und Echsen und Spinnen zu fotografieren.

Oben angekommen war ich zunächst enttäuscht, doch als ich dem Wasserfall näher kam, doch wieder fasziniert. Gespannt folgte mein Auge dem Weg des Wassers den Felsen entlang. Kurz nach mir kam noch eine andere deutsche Familie, die während eines dreimonatigen Sabbaticals mit ihrer Tochter, die gerade ihr Abitur abgeschlossen hat, die Welt bereisen. Wir unterhielten uns eine Weile, bevor es wieder zurückging. Ich warf noch einen Blick auf die Badestelle, in der bereits ein junger Mann schwamm, doch da ich keinen Weg runter gefunden hatte, ließ ich ihn alleine und bin entspannt zurück zu meinem Auto.

Ingham
Meine nächste Station war Ingham. Eigentlich wollte ich hier zur TYTO Art Gallery, jedoch hätte ich heute Morgen etwas zu lange getrödelt, denn die Galerie schloss bereits um 16 Uhr, so hatte ich sie gerade verpasst. Dennoch blieb ich kurz im Ort, um etwas zu essen und meine ganzen Nachrichten zu beantworten, bevor ich bei meinem Schlafplatz wieder kein Internet haben werde.

TYTO Wetlands
Ich stand bei dem Parkplatz am Eingang zu den TYTO Wetlands. Da ich noch Zeit hatte, beschloss ich spontan, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die Karte am Eingang zeigte mehrere Wanderwege und ich wählte ganz euphorisch den Weg um das ganze Feuchtgebiet herum, auch wenn es zeitlich knapp war, bis die Sonne unterging.

Schon nach den ersten Schritten im weichen Gras konnt ich nicht anders, als meine Flipflops auszuziehen und barfuß durch die Wiese zu streifen. Auf dem Weg kam ich an mehreren schöne Aussichtspunkten vorbei, von denen man einen guten Blick auf’s Wasser hatte. Besonders die Seerosen verzauberten mich.

Mit der Zeit wurde es immer dunkler und gerade als ich am hintersten Ende war, fing ich einen wunderschönen Sonnenuntergang ein. Jedoch hieß das für mich auch, dass ich mich langsam echt beeilen sollte. Als die Sonne weg war, dauerte es nicht lange, bis es dunkel wurde und die Sterne zum Vorschein kamen. Mit mulmigem Gefühl, vor allem nach den ganzen Krokodil-Warnschildern, beschleunigte ich meinen Schritt. Die Grillen zirpten immer lauter und vor allem auf den letzten Metern liefen mir immer mehr kleine Frösche über den Weg. Mittlerweile spürte ich auch, dass die Wiese nicht nur frisch, sondern auch etwas feucht wurde. Dennoch genoss ich das Gefühl frischen Rasens unter den Füßen, zumal Australien tendenziell eher trockenen Boden hat, der sich bisher meistens nicht so angenehm laufen ließ.

Heil wieder bei meinem Auto angekommen, war es schon dunkel, sodass ich doch noch etwas Zeit im Auto verbrachte, um mit meiner Familie zu telefonieren. Als ich mich danach wieder losmachte, hielt ich noch einmal beim Leo’s Park in Trebonne, einem Spielplatz auf dem Weg, der über ein kleines Bad verfügte, das sich ideal zum Zähneputzen eignete. Die Nacht verbrachte ich dann nämlich beim Forrest Edge, einer kleinen Wiese neben der Straße, die mich den Berg hoch zum nächsten Wasserfall bringen sollte.

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