Samstag, 09.03.2025 – Mirray Lookout & Yellow Water Cruise
Auch wenn mein Plan für dieses Wochenende eigentlich ein ganz anderer war, bin ich doch mehr als zufrieden, mit dem, was ich heute erleben konnte.
Reisestart
Da mein Reisebegleiter Andi sich in Darwin um 8 Uhr morgens erst das Mietauto holen konnte und dann noch etwa 3 Stunden Autofahrt in den Osten nach Jabiru hatte, ging der Ausflug für mich erst gegen 11 Uhr los – etwas spät für das, was wir uns vorgenommen hatten. Nach einem kurzen Kennenlernen – ich hatte ihn, einen 38-jährigen aus München, der in seinem Sabbatical ein halbes Jahr um die Welt reist, über eine Whatsapp Reisegruppe gefunden – sind wir zunächst hier in Jabiru zum Shop gefahren, um uns eine Kleinigkeit zum Mittag zu holen. Bei der begrenzten Auswahl wurde es dann zum Mittag ein Brötchen mit Thunfisch, Mais und roten Bohnen, als Zwischenmahlzeit ein Joghurt und eine Banane als kleiner Energiebooster für später. Insgesamt hat uns das etwa 30 AUD gekostet (etwa 18 € für beide), also relativ teuer, aber da wir hier im Kakadu National Park ziemlich weit weg von allem sind, bin ich diese hohen Preise schon fast gewohnt.
Tourplanung und Ausstellung im Bowali Visitor Center
Unser erster Halt führte uns zum Bowali Visitor Center, nur knapp 10 min Autofahrt weiter. Ich hatte zwar reichlich Tipps von meiner Gastmutti erhalten und schon einen konkreten Plan für den Tag, aber Andi bestand darauf, sich dort noch mal zu erkunden und einen Kakadu Park Pass zu kaufen (noch mal 25 AUD, bzw. 15 € pro Person). Die gute Frau am Tresen markierte uns auf einer Karte alle Möglichkeiten, die wir heute hatten. Da hier im Norden, in den Tropen Australien bis etwa Ende April noch die Wet-Season (Regensaison) ist, sind die meisten Dinge noch geschlossen, was unter anderem an den überschwemmten Straßen liegt, die uns beispielsweise nach Ubirr, eine der beiden berühmtesten Felskunstgalerien der Aborigines, gebracht hätte. Nach dem Gespräch haben wir uns noch kurz die kleine Ausstellung im Besucherzentrum angesehen, in der es um den Kakadu National Park insgesamt ging. Die verschiedenen Orte wurden vorgestellt, es gibt einen Überblick, wie sich die Höhlenmalerein der Aborigines mit der Zeit verändert hatten, natürlich eine lebensgroße Krokodilskulptur, die über unseren Köpfen hing, ein Krokodilskelett und noch einiges anderes. Es war zwar sehr klein, aber trotzdem sehr interessant und modern gestaltet. Auch die Architektur vom Gebäude selbst war mal etwas anderes, mit einer Art Holzfassade, die halb schräg in die Terrasse reinragte.







Entgegen meines Planes gleich zum Upper Ikowarrwa Falls zu fahren, was meine Gastmutti uns empfohlen hatte, meinte die Frau an der Theke, dass das aktuell geschlossen sei und so sind wir auf Andis Wunsch hin zu irgendetwas anderem auf der Strecke zum Yellow River gefahren. Da ich Burrungkuy mit seiner Nourlangie Rock Art – den Malereien der Ureinwohner, die dort lebten – bereits kenne, sind wir daran vorbei und zum Mirray Lookout gefahren.
Wanderung auf den Mirray Lookout
Ausgewiesen war die kleine Wanderstrecke den Hügel hinauf für 1,3 Stunden, aber auch das Pärchen, was uns entgegenkam, meinte, es wären nur etwa 10 Minuten nach oben. Da wir uns das nur kurz ansehen wollten, sind wir auch entsprechend zügig hochgelaufen. Aber in der Mittagssonne mit den 35 °C Außentemperaturen und vielleicht auch, weil ich noch etwas eingerostet bin, was das bergauf Wandern angeht, habe ich zwischendurch ein paar Trinkpausen eingelegt und musste mich ein paar Minuten hinsetzen, bis sich mein Herzschlag sich wieder beruhigt hatte. Somit brauchten wir dann etwa eine halbe Stunde, um hochzukommen. Dagegen war die Tour runter dann tatsächlich nur 10 Minuten.
Oben angekommen konnten wir den Blick durch die Bäume über den Wald bis zu den Nawurlandja Felsen bewundern. Die Sicht war zwar durch die Bäume auf diesem Berg etwas verdeckt, aber das Grün der Bäume gemischt mit dem blauen Himmel war ein Wunderwerk in sich. Mit dem Blick und unserem Einkauf heute Morgen, haben wir uns die Brötchen aufgeschnitten, mit Thunfisch, Mais und den Bohnen belegt und versucht beim Essen möglichst wenig zu kleckern. Es war zwar nicht das perfekte Picknick, aber wir haben mit den wenigen Mitteln, die wir hatten, versucht, das Beste daraus zu machen – und es war sättigend, was ja die Hauptaufgabe der Mahlzeit war.



Pause in der Cooinda Lodge
Als nächstes sind wir zur Cooinda Lodge gefahren, wo wir eigentlich nur kurz die Tickets für die Bootstour am Abend holen wollten, bevor wir zum Ikoymarrwa Lower Fall fahren würden, weil das eh auf dem Weg lag. Das wäre nochmal eine Stunde Autofahrt gewesen, plus Wanderung und wieder zurück, hätten wir uns ziemlich hetzten müssen, um rechtzeitig zu Bootstour zurückzukommen, sodass uns der Verkäufer davon abgeraten hat. Stattdessen haben wir in den zwei Stunden unseren Blaubeerjoghurt – der zwar mittlerweile etwas warm, aber leckerer war als erwartet – aufgegessen, ein paar Postkarten gekauft – da meine letzte Postkarte bereits zum Neujahr abgeschickt wurde, was schon eine ganze Weile her ist – und die restliche Zeit in dem Pool der Lodge verbracht, um uns etwas abzukühlen. Zumindest haben wir unser Bestes gegeben, bei dem Wetter ist das Wasser ziemlich warm, eher wie das der Badewanne nach einer Weile. Durch die frische Brise beim Rausgehen waren wir dann doch wieder etwas akklimatisiert für die Bootstour.
Entdeckungstour im Yellow Water Curise
Nachdem wir uns nochmal gut mit Sonnencreme eingecremt hatten, sind wir zu 16:10 Uhr auf das Boot gegangen – es galt 20 Minuten, bevor die Fahrt starten sollten, dort zu sein. Da das letzte Pärchen nicht mehr erschien, waren wir die letzten, die in das Boot gestiegen sind. Insgesamt waren wir aber auch nur 8 Leute und die Gruppen-/Bootsführerin. Es war ziemlich warm, die Sonne schien etwas unter das Bootsdach hindurch auf meine schwarze Leggings, dass ich mein Bestes gab, meine Beine aus der brennenden Hitze irgendwo in den Schatten zu heben.
Pünktlich um halb 5 war die Frau am Steuer mit der kleinen Einweisung zu den Sicherheitswesten fertig, dass wir unsere Fahrt starten konnten. Ich bin davon ausgegangen, wir fahren nur etwas über den Yellow River, genießen die Natur und bewundern den herangehenden Sonnenuntergang. Stattdessen stand uns eine Entdeckungstour bevor mit vielen Geschichten über die Aborigines oder Erklärungen zur Natur und den Tieren, die es zu sehen gab. Das Wasser war gerade noch hoch genug – auch wenn der Wasserstand in den letzten Tagen bemerkenswert abgenommen hatte – dass wir durch ihre Lieblingsstelle fahren konnten. Es war ein recht enger Durchgang, wo die Bäume und Büsche im Wasser standen und man einen direkten Blick ins Buschland hatte. Ich verstehe gut, warum ihr diese Stelle so gefällt, auch ich war fasziniert von der Natur.
Nur wenig später sind wir bereits unserem ersten Krokodil begegnet. Es lag ganz entspannt im Schatten unter einem Gebüsch. Um dieses für den Norden so berühmte Tier genauer betrachten zu können, hat die Bootsfrau versucht, so nahe wie möglich heranzufahren, was dem Krokodil scheinbar auch nicht gestört hatte. Noch nie zuvor habe ich ein wild lebendes Krokodil so nahe vor mir sehen können. Allein dafür hätte sich die teure Tour gelohnt – wobei man bei wilden Tieren ja nie sagen kann, ob man welche sieht oder nicht.

Die Tour ging weiter und wir haben noch weitere Tiere, vor allem verschiedenste Vögel gefunden und von nahem bewundert. Darunter einen Black-Nacked Stork, den Forest Kingfisher, ganz viele laut schnatternde Whistling Ducks und am beeindruckendsten ein riesiger Weißbauch-Seeadler. Auch ein zweites riesiges Krokodil, was diesmal weiter dem Wasser ragte, sodass wir es in voller Pracht bestaunen, konnten wir unter einem Gebüsch erspähen.








Doch nicht nur die Tiere, auch die Natur hat mich beeindruckt. Die Weite der Landschaft, die Graslandschaft im Hintergrund, die in der Trockensaison verschwunden sein sollen, die vielen Bäume und Büsche, die aktuell im Wasser stehen und die wunderschönen Wasserlilien auf der Oberfläche. Das in Kombination mit dem blauen Himmel und den verschiedenen weißen Wolken war einfach nur atemberaubend. Vor allem, als die Sonne sich langsam herunter bewegte und in der Ferne ein leichtes Orange in den Himmel zauberte. Ich hätte stundenlang im Boot auf dem Wasser liegen können, um der Natur zu lauschen, den Wind um meinen Ohren zu spüren und diesen leichten Geruch von Hopfen in mir aufzunehmen.
Heimfahrt
Jeder Traum muss leider irgendwann zu Ende sein und so sind wir mit dem Blick auf ein drittes schwimmendes Krokodil ganz in der Ferne wieder zurück zum Steg gefahren. Wir haben uns von unserer Gruppenleiterin dankend verabschiedet und sind zum Abendessen in dem Restaurant eingekehrt. Trotz Empfehlung für Känguru-Steak oder den Barramundi, welcher der berühmteste Fisch für diese Gegend ist, haben wir uns für die „günstige“ Variante eines Burgers mit Pommes entschieden. Es waren trotzdem noch 28 AUD (16 € pro Portion), aber besser als der Fisch für 42 AUD (25 €). Da wir etwas in Eile waren, weil mein Reisebegleiter eigentlich bis 18 Uhr hätte einchecken können – mittlerweile war es fast 19 Uhr – haben wir die Burger zum Mitnehmen bestellt. Als die Burger dann doch überragend schnell am Tisch waren, konnten wir sie uns dort noch schmecken lassen, bevor wir unsere letzten 40 Minuten zurück nach Jabiru zur Aurora Kakadu Lodge gefahren sind. Vorab hatte noch mit meiner Gastmutti gesprochen, die die Frau vom Restaurant informierte, dass Andi etwas später zum Einchecken kommt. Es hat auch alles einwandfrei funktioniert. Trotz einer Schlange – die erste, die ich in Australien zu Augen bekam – einem großen unidentifizierbaren Tier auf der Straße und ein paar Dingos und Vögeln am Straßenrand, sind wir unversehrt und pünktlich um halb 9 an der Lodge angekommen. Wir haben den Schlüssel geholt, uns den Platz erklären lassen und Andi hat mir noch ein paar Orte und Tipps für meine Weiterreise genannt, bevor er mich dann noch fix zurück zu meiner AuPair Familie brachte, wo schon alle schliefen.
































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