Architecture, Art & Travel

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Ankunft in Tully
Erst gegen Mittag kam ich in Tully am – zunächst im Visitor Center. Eigentlich war ich nur da, um ein Ticket für eine Führung morgen zu holen, jedoch erwischte ich mich beim Sammeln von Ideen und Flyern, was man alles in Queensland noch machen könnte. Außerdem gab es eine kleine Ausstellung über die Entwicklung des Ortes.

Check-In beim Campingplatz
Ich dacht, es wäre schlau, ausnahmsweise mal zuerst im Campingplatz einzuchecken und mein Nachtlager aufzubauen – schließlich hatte ich noch etwas Zeit. Letztendlich wäre es heute besser gewesen, mein Auto noch nicht unbeweglich zu machen – aber das wurde erst abends zum Problem. Für jetzt nutze die Stunde primär zum Mittagessen. Heute gab es wieder Wrap mit Tunfisch und etwas Salat.

Busfahrt zum Start
Um 13 Uhr sollte ich beim Treffpunkt sein, wo ich in Gesellschaft noch eine gute halbe Stunde warten musste, bis der Bus, der zuvor Leute aus Cairns und Mission Beach aabgeholt hatte, auch mit allen wieder in Bewegung setzte. Eine weitere knappe halbe Stunde dauerte es, bis wir an Zuckerrohr- und Bananenfeldern vorbei am Startpunkt ankamen. Die Zwischenzeit nutzte unser Tourguide, um auf ziemlich amüsante, ironische Art uns die Sicherheitsrichtlinien näher zu bringen. Tatsächlich schaffte er es so, dass bei mir auch was hängen geblieben ist: niemanden mit dem Ruder erschlagen, im Wasser mit den Beinen nach oben schwimmen und gut aussehen. So in etwa seine drei wichtigsten Punkte.

Oben angekommen lag die Ausrüstung schon bereit und jeder schnappte sich einen gelben Schwimmpulli, der vor Sonne, Kälte und Fliegen schützen sollte, eine Rettungsweste, einen Helm, bei Bedarf Crocs und natürlich das Paddel. Als alle fertig gekleidet waren und sich in den vorbestimmten Gruppen zusammengefunden hatten, ging es dann auch los.

Wildwasser-Rafting
In den sechs Schlauchbooten saßen jeweils fünf oder sechs Gäste plus ein Bootsführer, der uns alles Wichtige erklärte. Wir übten erst eine Weile, was die Kommandos bedeuten und wie wir effektiv im Gleichtakt rudern. Neben vorwärts, rückwärts, festhalten und runter gab es später auch noch ein Sonderkommando, damit bei dem einen Wasserfall die vorderen sich nicht die Beine verletzen.

Die Tour selbst war ziemlich lustig und aufregend, als es immer mal wieder ziemlich schnell an großen Steinen vorbei oder drüber hinweg ging. Jedoch war auch viel Warten dabei, da die Boote sich gegenseitig sicherten und oft nur einer nach dem anderen die kritischen Stellen passieren konnte. Diese Zeit nutzen wir dann, um selbst ins Wasser zu hüpfen. Es war sehr angenehm kühl und mit der Strömung konnte man sich einfach gleiten lassen und die Natur genießen. Nur gelegentlich musste ich aufpassen, dass ich nicht auf einem Stein strandete.

Meine Highlights bei der Wildwasserfahrt kamen erst ziemlich zum Schluss. Zum einen ein Wasserfall im Fluss, der zwar nur etwas einen Meter tief war, aber damit der größte, den wir mit dem Boot runter segelten. Wir bereiteten uns vor, indem sich jeder von uns in die vordere Spitze des Bootes setzte, eng aneinander gekuschelt mit der Devise: Wir halten uns gegenseitig und nicht am Boot fest. Unser Bootsführer leitete den Weg ein, die Strömung gab den Rest. Für einen kleinen Moment kickte das Adrenalin wieder, wir flogen und stürzten in die Tiefe. Dabei sind mein Nebenmann und ich etwas weiter gefallen als die anderen. Aber wir mussten nicht weit schwimmen und wurden von unserem Boot glücklicherweise wieder aufgenommen.

An der Stelle gab es noch ein weiteres Gruppenfoto, bevor wir meinem zweiten Highlight begegneten. Das Wasser hier war relativ ruhig, doch neben uns rasselte ein Wasserfall den Berg hinab in unseren Fluss. Der ideale Ort, um eine Dusche zu nehmen. Gesagt, getan paddelten wir auch schon unter den Wasserfall. Es war, als würden schwere, aber weiche Steine auf mich hinabprasseln. So stark hätte ich den kleinen Wasserfall tatsächlich nicht vermutet.

Damit waren unsere rund drei Stunden im Wasser leider aber auch schon vorbei. Nach und nach machten wir uns wieder zum Ufer, sammelten die Paddel ein und hievten das Boot aus dem Wasser raus und einen kleinen Berg hoch zum Parkplatz. Dort stand bereits der Fotograf mit dem Bus. Dieses Mal gab es keine Umkleiden, sodass der Bus Männlein und Weiblein trennte, während wir uns umzogen.

Rückfahrt
Als alles wieder abgegeben war und jeder zurück im Bus saß, erzählte unser Reiseführer, dass er es bedauert, dass Karl, der Cassowary, der meistens beim Umziehen am Bus auftaucht, leider heute nicht da war. Genau in diesem Moment stand er plötzlich doch neben uns. Eine ganze Weile beobachteten wir ihn vom Bus aus, wie er bescheiden zum Wald stolziert. Dann drehte er sich doch zu uns, kam immer näher und ging aus dem Nichts auf den Bus los. Das scheint nicht das erste Mal zu sein, dass er wohl irgendwas gegen die Reifen hatte. Wir fuhren langsam weiter und wurden erst schneller, als sich der Cassowary abwendete. Doch auch das schien ihm nicht zu gefallen, denn er fing an uns hinterherzurennen – schneller, als wir es für möglich hielten. Doch der Bus war noch schneller und schon bald war er wieder außer Sichtweite.

Abschiedsessen und Fotoshow
Nach der Tour ging es noch in ein Restaurant etwas außerhalb von Tully, wo wir beim Essen die Bilder ansehen und den Abend gemeinsam ausklingen lassen konnten. Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen Burgern oder Backfisch, wobei ich letzteres wählte, was auch echt lecker war. Danach ging es in zwei Bussen wieder nach Mission Beach oder Cairns. Da ich, wie schon erwähnt, nicht mit meinem Auto fahren konnte und der Fußweg doch etwas weiter war, als ich erwartet hätte, war der Busfahrer so lieb, mich ausnahmsweise noch zurück nach Tully zu fahren. Dort bin ich nach dem aufregenden Tag auch gleich in meinem Dachzelt verschwunden.

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